Am 26. Januar begrüßte die Brüder-Grimm-Schule in Neu-Isenburg das Theater „Sonni-Maier“, das für die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen das Theaterstück „Fair sein – wie geht das?“ aufführte.

Mitreißend, turbulent und erstaunlich nah an der Lebenswirklichkeit junger Menschen: In einer eindrucksvollen Ein-Frau-Show zum Thema globale Gerechtigkeit gelang es der Schauspielerin Agnes Fischer, ihr Publikum auf eine ebenso unterhaltsame wie nachdenklich stimmende Reise rund um den Globus mitzunehmen. Theater, Musik, kreative Mini-Vorträge und Publikumsspiele verbanden sich zu einem lebendigen Bühnenerlebnis.

Stationen dieser Reise waren Orte, die sonst weit weg erscheinen – und doch eng mit unserem Alltag verbunden sind. Die Schülerinnen und Schüler fanden sich auf der Müllkippe von Agbogbloshie in Ghana wieder, wo ausrangierte Computer und Spielekonsolen aus deutschen Kinderzimmern landen. Es ging weiter in einen Sweatshop nach Dhaka in Bangladesch, wo der zwölfjährige Ridoy T-Shirts näht, die hierzulande selbstverständlich getragen werden. Auf einer Kakaoplantage in Buaké an der Elfenbeinküste wurde schließlich deutlich, dass selbst ein scheinbar harmloser Schokoriegel oft mit Kinderarbeit verbunden ist.

Besonders eindrucksvoll war dabei die konsequente Einbindung des Publikums. Die Schülerinnen und Schüler wurden aktiv in viele Szenen einbezogen und erlebten so unmittelbar, wie komplex globale Zusammenhänge sind. Immer wieder führte Frau Fischer zurück in die „eigene Welt“ der Kinder und Jugendlichen – und stellte die zentrale Frage: Was hat das alles mit mir zu tun?

Das Ende der Aufführung richtete den Blick nach vorn. Gemeinsam mit der Schauspielerin  beantworteten die Schülerinnen und Schüler die Fragen: Wie könnte eine faire Welt aussehen? Und was können wir ganz konkret dafür tun? Aus Ideen, Diskussionen und kleinen Spielszenen entstand ein Raum der Ermutigung, in dem deutlich wurde, dass jede und jeder Handlungsmöglichkeiten hat – beim Konsum, im Schulalltag oder im eigenen Umfeld.

Das Theaterstück öffnete Augen, stellte Fragen und machte Mut zum Mitdenken und Mitmachen. Ein Theatererlebnis, das lange nachwirkt – und vielleicht den ersten Schritt zu mehr globaler Verantwortung anstößt.